Helfen Spenden den Entwicklungsländern?

Viele Spendenorganisationen haben es sich zur Aufgabe gemacht, Menschen in den Entwicklungsländern zu helfen. Allerdings gibt es viele Skeptiker, die bezweifeln, dass diese Art der Hilfe sinnvoll ist. Was bringen diese Spenden also tatsächlich?

Ein wichtiger Vorwurf lautet, die Hilfe sei stets nur kurzfristig und würde die Betroffenen sogar von Spenden abhängig machen. Durch diese Abhängigkeit würden die vorhandenen Ressourcen missachtet und die Eigeninitiative gelähmt. Wenigstens in der Theorie haben die Spendenorganisationen diese Problematik erkannt. In den meisten Zielformulierungen der Organisationen ist heute die Rede davon, man wolle die “Hilfe zur Selbsthilfe” fördern. Außerdem ist man verstärkt dazu übergegangen, kleinere Projekte vor Ort zu fördern. Darin drückt sich die Hoffnung aus, mit einer kleinteiligeren Arbeitsweise besser auf die tatsächlichen, individuellen Bedürfnisse eingehen zu können.

Der zweite Komplex der Vorwürfe behauptet, die Spendengelder würden nicht bei den Bedürftigen ankommen. Auch dieses Argument ist ernst zu nehmen. In der Tat ist immer wieder zu beobachten, dass ein erheblicher Teil der Sach- und Geldspenden von den Mächtigen manches Ziellandes okkupiert und für eigene Zwecke verwendet wird. Diese Gefahr ist unter anderem von den Verteilungsmechanismen der Spenden abhängig - und letztlich vom Personenkreis, der über die Verteilung konkret entscheidet und wacht. Auch hier sind kleinteilige Strukturen, bei denen die Spendenorganisation einen persönlichen Kontakt zu Betroffenen und “Verbündeten” vor Ort pflegt, klar im Vorteil gegenüber einem massenhaften Verteilungsversuch von Gütern und Geld.

Wie beide genannten Beispiele zeigen, kann es besonders sinnvoll sein, kleine überschaubare Projekte in den so genannten Entwicklungsländern zu fördern. Hier liegt auch die Chance für kleine Spendenorganisationen, die mit hohem ehrenamtlichem Engagement mit den Menschen vor Ort zusammenarbeiten. Dies soll umgekehrt nicht bedeuten, dass große Spendenorganisationen grundsätzlich schlecht arbeiten würden: Diese Organisationen haben ihre besonderen Stärken, wenn es darum geht, mit hoher Professionalität und geballter Logistik große Aufgaben zu meistern, nicht nur (aber auch) in konkreten Krisenfällen.

Jürgen Reschke - info@auto-reise-welt.de


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